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Herzlich willkommen auf dem „Erlebnispfad Elbaue“

 

 

Auf dem kulturlandschaftlichen Erlebnispfad Elbaue lernen Sie zu Fuss oder mit dem Fahrrad die südöstliche Magdeburger Elblandschaft kennen. Auf den Rundwegen finden sich interessante Orte und Dinge, die von der seit Jahrhunderten durch den Menschen gestalteten Landschaft berichten. Der Pfad beginnt in Cracau (Brücke am Wasserfall), in Westerhüsen (Gierfähre) oder An der Alten Elbe bei Pechau. Der weg verläuft im Elbvorland oder im Deichhinterland, durch die Elbdörfer Randau, Pechau und Calenberge, Auenwälder und Wiesen, auf historischen Straßen, über Elbe und Deiche. Bei nachlassenden Kräften bietet sich eine Rast am Weg, die Stärkung in einer der Gaststätten der Elbdörfer oder eine der Abkürzungen an.

Die Kopfweide begleitet sie auf dem Erlebnispfad. Stationen am Weg berichten von der Kulturgeschichte, den naturräumlichen Erscheinungen und den Beziehungen von Mensch und Natur in der Flusslandschaft.

Wir bieten Ihnen hier bereits alle Informationen, die Sie auf einem gesonderten Faltblatt zum Mitnehmen auf ihrer Entdeckungsreise benötigen. In Verbindung mit den einzelnen Stationen auf der Karte und den unterschiedlichen Erlebnisstationen in der Landschaft geben dem Wanderer Informationen zur Landschafts- und Kulturgeschichte und zum Naturraum.

Kulturgeschichtliches in der Elbaue

Die Magdeburger Elbaue, wie wir sie heute sehen, ist seit hunderten von Jahren durch den Menschen geformt und geprägt. Das Elbtal stellte sich für die ersten Menschen als lebensbedrohliche Urlandschaft dar. Trotz des Hochwassers und des ewigen Kampfes gegen die Natur- und Wasserkräfte waren die Voraussetzungen zum Leben in vielerlei Hinsicht so gut, dass die Menschen sesshaft wurden. Der Fluss als lebensspendender Energieträger ersten Ranges bot ausreichend Nahrung und Trinkwasser, Schutz vor Feinden, Holz und Baumaterialien, Schifffahrt und gute Böden für Ackerbau und Viehzucht.

 

In den Kiesgruben rund um Magdeburg werden häufig Knochen vom Mammut, Wollnashorn und Riesenhirsch sowie Faustkeile und seinzeitliches Werkzeug gefunden, die auf die frühe Besiedlung der Elbaue hinweisen. Auf hochwasserfreien Talsandinseln entstanden erste Siedlungen. Die Siedlungsfunde reichen bis weit in die Altsteinzeit vor etwa 200.000-10.000 Jahren zurück. Eine frühe Ausgrabung ist das Schönfelder Haus bei Randau, ein jungsteinzeitliches Pfostenhaus von vor ca. 4.000 Jahren. Das Elbgebiet blieb durchgängig besiedelt. Im 6. Jahrhundert wanderten Slawenstämme in den Elbraum ein. Der Strom wurde in dieser Zeit zum Grenzfluss zwischen germanischem und slawischem Siedlungsraum. Beidseitig entlang des Flusses entstanden zahlreiche Burgen und Grenzbefestigungen. Bei Pechau errichteten slawische Stämme auf einem Sanghügel eine Ringburg. Der Siedlungshügel ist noch heute deutlich zu erkennen. Um die Jahrtausendwende fallen die Siedlungsgründungen der Elbdörfer Cracau, Prester, Calenberge, Pechau und Randau. In allen Dörfern zeugen bauliche Strukturen von der Geschichte der Ortschaften und vom kulturellen und wirtschaftlichen Leben inmitten der Aue.

 

Bereits im 12. Jahrhundert bauten flämische Kolonisten die ersten Elbdeiche zum Schutz landwirtschaftlicher Flächen und der Siedlungen. Deichordnungen und Deichwarte regelten die Unterhaltung und Pflege der Schutzwerke. Mit dem Bau des Umflutkanals im 19. Jahrhundert konnten große Wassermengen bei Hochwasser schnell abgeführt werden, so dass der ostelbische Raum nahezu hochwasserfrei einzustufen ist. Verheerende Hochwasserschäden für den Raum Magdeburg und die Elbaue konnten durch den Umflutkanal bis heute verhindert werden. Einhergehend damit kam es zu Siedlungserweiterungen entlang der Berliner Chaussee, in Cracau und Prester sowie in den Elbdörfern Pechau und Randau.

 

Es gibt in der Elbaue an vielen Stellen historische Spuren. Von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung von Magdeburg und für den Handel zwischen Osten und Westen war der „Klusdamm“:

Auch wenn die Elbe als Handelsweg von großer Bedeutung war, so stellte sie eine Barriere für die Wegeverbindungen nach Osten dar. Ein mittelalterlicher Handelsweg führte an den flachsten Stellen durch die Aue; und viele Flöße und Kähne mussten Reisende, Händler und Fuhrwerke über Alt- und Nebenarme der Elbe bringen, bis sie die trockenen östliche Gerwischer Heide erreichten. Mit dem Bau des Klusdammes und seiner vielen Brücken und Holzkonstruktionen konnte der Weg hochwassersicher nahezu ganzjährig benutzt werden. Bei hochwasserbedingten Beschädigungen der baulichen Konstruktion durch Treibholz oder Unterspülungen sicherten sich die Elbfischer durch das Übersetzen der Reisenden und Händler auf ihren Kähnen einen guten Nebenverdienst. Zahlreiche Relikte dieses für Magdeburg bedeutenden Dammes lassen den Wanderer an vielen Stellen einen Eindruck von diesem Bauwerk gewinnen. Am östlichen Ende befand sich die Klusklause, wo ein jeder für die Nutzung des Dammes bezahlen musste.

 

Für die Erleichterung des Lebens und als Verbesserung der hygienischen Bedingungen in der Stadt waren für die Magdeburger Bevölkerung große Schöpfwerke/Wasserkünste von Bedeutung. Diese leiteten Trinkwasser über Holzleitungen in die Stadt. Es handelte sich um eine der ältesten Trinkwasserversorgungsanlagen Deutschlands (16. Jahrhundert). Das Wasser aus dem Schöpfwerk am Elbufer -1906 errichtet – wurde über Sandfilter ins gegenüberliegende Wasserwerk Buckau geleitet und diente der Trinkwasserversorgung. Die zunehmende Verschmutzung der Elbe durch Industriebetriebe entlang des Flusses und die unzureichende Abwasserklärung zwangen in den dreißiger Jahren die Magdeburger Stadtväter, Trinkwasser an anderer Stelle unter hohem Kostenaufwand zu fördern. Heute wird kein Wasser mehr aus der Elbe und den Sand- und Uferfiltraten gefördert. Es ist zu hoffen, dass die Qualität des Elbwassers eines Tages wieder Trinkwasserqualität aufweist und im Fluss bedenkenlos gebadet werden kann. In den letzten Jahren hat sich die Wasserqualität bereits deutliche verbessert, was sich auch positiv auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt.

 

Wie anhand der kulturhistorischen Funde zu sehen ist, war seit eh und je das Leben der Menschen in der Elbaue den Kräften, Wirken und Gewalten der Wassermassen des Flusses ausgesetzt. Die Menschen versuchten immer wieder, sich hiervor zu schützen. Bis heute werden aber auch die positiven Seiten der Elbe genutzt, seien es die Lehmböden für die Landwirtschaft, der Fluss als Transportweg, der Kies- und Tonabbau für den Häuserbau oder die reizvolle Landschaft für eine ruhige Wanderung zur Erholung von täglichen Anstrengungen, Sorgen und der Arbeit. <zurück zum Seitenanfang>

 

Naturkundliches in der Elbaue

Die Flusslandschaft der Elbe gehört zu den naturnahesten in Mitteleuropa. Der gesamte Raum der Aue wird geprägt durch die Wasserdynamik der Elbe, den häufigen Flussbettwechseln, die ständige Erosions- und Sedimentationserscheinungen der Überflutungen sowie durch die Gestaltung und Nutzung der Landschaft. Erst durch den Bau der Deiche wurden diese Prozesse auf den direkten Flussbereich beschränkt. Je nach Wasser- und Bodenverhältnissen treten unterschiedliche Vegetationsbestände auf, die sich in Hart- und Weichholzaue und die trockenen Dünenbereiche unterteilen lassen. Ein zusammenhängender Bestand der Auwaldökosysteme findet sich in der Kreuzhorst, die seit langem als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.

 

Neben den Auwäldern treten verschiedene Gewässer- und Wasserlebensräume in unterschiedlicher Ausprägung auf. Es handelt sich hierbei um alte Flussläufe und Altarme der Elbe, um Flutmulden, Kolke und Senken, um Gräben und die flussbegleitenden Buhnenfelder mit Sandbänken und Steinschüttungen. Als Lebensraum der Kulturlandschaft sind die Streuobstwiesen, Feldraine und –hecken, Sandwege und Ruderalflächen von Bedeutung, die durch Technisierung und Verbau der Landschaft ständig bedroht sind.

 

In der Flussaue leben neben vielen Pflanzenarten diverse zum Teil hochspezialisierte Tierarten in den sehr unterschiedlichen Lebensräumen. Allein in der Kreuzhorst konnten mehr als 32 Säugetierarten nachgewiesen werden, von denen 16 gefährdet sind und auf der Roten Liste des Landes Sachsen-Anhalt stehen. Besonders erwähnenswert sind Elbbiber, Feldhase, Baum- und Steinmarder, die Wasserspitzmaus sowie unterschiedliche Fledermausarten. Die Fraßspuren des Bibers sind an vielen Stellen entlang des Weges zu sehen. Mit 90 Brutvogelarten ist auch die Vogelwelt sehr artenreich. In den Wäldern, an den Gewässern und auf den Vordeichflächen bietet sich im Frühjahr ein lautstarkes Konzert der Vögel. Mit etwas Ruhe und Geduld kann ein Graureiher oder die Rohrweihe beobachtet werden. Die Gewässer sind reich an Fisch-, Amphibien- und Libellenarten.

 

Es zeigt sich, dass die Flussaue ein sehr empfindlicher Landschaftsraum ist. Zu ihrem Erhalt ist jeder Besucher angehalten. Nur durch den konsequenten Schutz und das sorgsame Verhalten jedes einzelnen Besuchers können derartige Lebensräume langfristig erhalten bleiben. <zurück zum Seitenanfang>

 

Quelle:

Landeshauptstadt Magdeburg/Stadtplanungsamt und Magdeburger Stadtgartenbetrieb

in Zusammenarbeit mit der AQB gGmbH, ARUM Jens Martins / grün + raum

Mit freundlicher Unterstützung „Förderverein Bürger für Magdeburg e.V.“

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